Alle Kisten auf den Tisch
Für die große Durchsicht braucht es einen Nachmittag und einen großen Tisch oder ein Stück freien Boden. Alle vier Kisten werden nebeneinander geöffnet, dazu die Reparaturschachtel, in der sich seit dem letzten Mal die losen Räder und eingerissenen Kuscheltiere gesammelt haben. Die Kinder sind dabei, aber nicht die ganze Zeit. Zählen und Sortieren machen viele gern mit, das Schleifen und Nähen übernehmen eher die Erwachsenen.
Die Reparaturschachtel
Zwischen zwei Durchsichten sammelt sich, was kaputtgeht. Damit nichts in einer Ecke verschwindet, gibt es eine feste Reparaturschachtel, die oben im Schrank steht. Ein loses Rad, ein Teddy mit offener Naht, ein Puzzle mit abgelöster Bildschicht: Alles kommt sofort hinein, mit einem Zettel, zu welcher Kiste es gehört. Bei der großen Durchsicht wird die Schachtel als Erstes geleert. Was sich in einer Minute reparieren lässt, wird gleich erledigt, alles andere kommt auf die Liste für den Nachmittag.
Zählen nach Zettel
Der erste Schritt ist der schnellste: Jede Kiste wird nach ihrem Kistenzettel gezählt. Fehlt viel, lohnt sich eine Suchaktion unter Sofa, Bett und Heizung, bevor man aufgibt. Was nach der Suche noch fehlt, wird auf dem Zettel korrigiert. Ein Puzzle, dem zwei Teile fehlen, ist kein Grund zum Wegwerfen; ein Ersatzteil aus fester Pappe, bemalt und passend zugeschnitten, schließt die Lücke.
Holz ausbessern
Holzspielzeug ist dankbar. Kleine Splitter und raue Kanten verschwinden mit feinem Schleifpapier, erst etwas gröber, dann fein, immer in Richtung der Maserung. Danach wird der Staub mit einem feuchten Tuch abgewischt. Wer mag, reibt unbehandeltes Holz anschließend mit etwas Speiseöl ein, das man auch in der Küche verwendet; dabei wird sparsam gearbeitet und der Überschuss nach einer Weile abgerieben. Lose Räder an Autos werden mit Holzleim neu befestigt, der über Nacht trocknen muss. Was gebrochen ist und scharfe Kanten hat, die sich nicht glätten lassen, wird aussortiert.
Stoff und Plüsch
Bei Stofftieren und Puppenkleidern geht es meistens um offene Nähte. Ein Matratzenstich mit Nadel und Faden in passender Farbe schließt sie fast unsichtbar. Ist ein Loch im Stoff, wird ein Flicken von innen untergelegt, oder man setzt bewusst einen bunten Flicken außen auf, den das Kind aussuchen darf. Viele Kinder hängen danach mehr an ihrem Tier als vorher. Lose Augen und Knöpfe werden fest angenäht oder durch gestickte Augen ersetzt.


Pappe und Papier
Spielschachteln reißen an den Ecken, Puzzles verlieren ihre Bildschicht, Karten knicken. Eingerissene Schachteln werden von innen mit Papierklebeband ausgebessert; das hält länger als durchsichtiger Klebefilm und vergilbt nicht so schnell. Löst sich die Bildschicht eines Puzzleteils, hilft ein Tropfen Bastelleim, danach wird das Teil unter einem schweren Buch gepresst. Geknickte Spielkarten kommen eine Nacht zwischen zwei Bücher. Was sich nicht mehr retten lässt, wird durch selbst gemalte Ersatzteile ersetzt.
Reinigen
Was nicht repariert werden muss, wird bei dieser Gelegenheit gereinigt.
- Holz wird nur feucht abgewischt, nie eingeweicht.
- Kunststoff kommt in warmes Spülwasser oder, wenn es das verträgt, in einen Wäschesack in die Spülmaschine.
- Stoff wandert in die Waschmaschine, so warm, wie das Etikett erlaubt, und trocknet danach vollständig.
- Elektrisches Spielzeug wird nur abgewischt. Die Batterien kommen heraus, wenn es in Pause geht.
Alles muss trocken sein, bevor es zurück in eine geschlossene Kiste kommt.
Aussortieren mit drei Fragen
Die große Durchsicht ist auch der Moment für den Stapel „geht weiter“. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung, und sie werden für jedes Teil einzeln gestellt, aber ohne lange Diskussion.
- Wurde es in den letzten beiden Runden im Regal benutzt?
- Passt es noch zum Alter des Kindes oder bald zu einem Geschwister?
- Würde es jemand vermissen, wenn es morgen weg wäre?
Dreimal Nein bedeutet: Das Teil darf weiter. Ob es verliehen, getauscht oder verschenkt wird, steht unter Weitergeben. Was kaputt und nicht mehr zu retten ist, gehört je nach Material in den Restmüll, die Wertstofftonne oder, wenn es Batterien oder Kabel hat, zur Sammelstelle für Elektrogeräte.
Neu packen
Zum Schluss werden die Kisten neu gepackt. Manchmal lohnt es sich, die Themen zu verschieben: Ein Kind, das inzwischen lieber Rollenspiele macht als baut, bekommt vielleicht eine zweite Rollenspielkiste statt einer zweiten Baukiste. Auch der Kaufladen kann bei dieser Gelegenheit eine eigene Kiste bekommen. Jede Kiste bekommt einen frischen Zettel mit der aktuellen Stückzahl. Der alte Zettel kann in einen Umschlag, wer mag, sieht daran in ein paar Jahren, was einmal alles im Kinderzimmer war.
Die Kinder dürfen bei dieser Gelegenheit mitbestimmen, welche Kiste als erste ins Regal kommt. Meistens ist es die, die am längsten im Schrank war. Wer mag, macht aus dem Ende der Durchsicht ein kleines Ritual: Die erste Kiste wird gemeinsam ausgepackt, und an diesem Abend darf etwas länger gespielt werden. Für die Erwachsenen bleibt das gute Gefühl, dass alles im Kinderzimmer wieder heil, gezählt und an seinem Platz ist.
Dann beginnt der Wechselplan von vorn, wie er bei der Vier-Kisten-Regel beschrieben ist.
Zum Weiterlesen: Umweltbundesamt: Reparieren statt wegwerfen