Was sich zum Teilen eignet
Nicht alles eignet sich für eine geteilte Kiste. Gut geht es mit Dingen, die selten gebraucht werden, robust sind und keine persönliche Bedeutung haben. Das Lieblingskuscheltier gehört nicht dazu, der Schlitten schon.
| Was | Wie oft gebraucht | Wo es wohnt |
|---|---|---|
| Schlitten, Rutschteller | an ein paar Schneetagen | im Keller der Familie, die am nächsten am Hang wohnt |
| Kescher, Wasserschaufel, Becherlupe | ein paar Mal im Sommer | in der Draußen-Kiste, die wandert |
| großes Sandspielzeug, Sandmühle | in den warmen Monaten | im Fahrradkeller |
| Planschbecken, Wasserbahn | an heißen Tagen | wer einen Garten hat |
| Bollerwagen | für Ausflüge und Feste | wer Platz hat |
| Laternen, Kostüme für Feste | ein, zwei Abende im Jahr | eine Kiste auf dem Dachboden |


Was nicht geteilt wird
Manches eignet sich nicht für die geteilte Kiste. Dazu gehören Dinge mit persönlicher Bedeutung, Spielzeug, das sehr empfindlich oder aufwendig zu reparieren ist, und alles, was man oft kurzfristig selbst braucht, etwa eine Regenhose. Auch Helme bleiben besser bei der eigenen Familie, weil sie genau passen müssen und nach einem Sturz ersetzt werden sollten. Wer unsicher ist, fragt sich: Wäre ich enttäuscht, wenn es beschädigt zurückkommt? Wenn ja, bleibt es zu Hause.
Wer mitmacht
Zwei oder drei Familien sind genug. Bei mehr wird es unübersichtlich, und die Kiste ist immer gerade woanders, wenn man sie braucht. Am besten klappt es mit Familien, die in Laufweite wohnen, Kinder in ähnlichem Alter haben und sich ohnehin regelmäßig sehen, über die Kita, die Schule oder den Hausflur. Ein kurzes Gespräch am Anfang reicht: was hineinkommt, wo die Kiste wohnt, wer sie zuletzt hatte.
Der Zettel im Deckel
Die ganze Verwaltung passt auf einen Zettel, der innen in den Deckel geklebt wird. Oben steht die Inhaltsliste mit Stückzahlen. Darunter ist Platz für eine Tabelle mit drei Spalten: Datum, Familie, Bemerkung. Wer die Kiste abholt, trägt sich ein. Wer sie zurückbringt, schreibt dazu, wenn etwas fehlt oder kaputt ist. Mehr braucht es nicht, keine Gruppe im Telefon und keine Tabelle im Computer.
Drei Regeln für die Übergabe
- Sauber und trocken. Sand wird ausgeklopft, Nasses getrocknet, bevor die Kiste weitergeht. Niemand möchte einen Kescher übernehmen, der noch nach Teich riecht.
- Vollständig. Vor der Übergabe wird nach dem Zettel gezählt. Fehlt etwas, wird es gesucht oder auf dem Zettel vermerkt.
- Ehrlich. Was kaputtgeht, wird gesagt und nicht still zurückgelegt. Ein gerissenes Netz ist kein Drama, ein verschwiegenes schon.
Wenn etwas kaputtgeht
Geteiltes Spielzeug wird mehr benutzt und geht deshalb auch eher kaputt. Das ist gewollt, denn genau dafür ist es da. Für den Fall der Fälle hilft eine einfache Absprache: Wer etwas kaputt macht, kümmert sich um Ersatz, gern gebraucht. Kleine Schäden, wie ein loses Seil am Schlitten, werden gemeinsam repariert, bei einem Kaffee im Hof. Wie man Holz und Stoff ausbessert, steht bei der großen Durchsicht.
Die Kiste im Jahreslauf
Eine geteilte Kiste hat ihre Zeiten. Im Winter wandert der Schlitten von Familie zu Familie, im Sommer die Wasserkiste. Es hilft, am Anfang festzulegen, wer die Kiste in der ruhigen Zeit aufbewahrt. Das ist meistens die Familie mit dem meisten Platz, und sie bekommt dafür beim ersten Schnee den Schlitten zuerst.
Wer viele Dinge teilt, kann auch zwei Kisten anlegen, eine für Schnee und eine für Wasser und Sand. Die Kisten wechseln dann nicht alle zwei Wochen wie die vier Kisten im Kinderzimmer, sondern mit dem Wetter.
Die erste gemeinsame Kiste
Für den Anfang reicht eine kleine Kiste. Jede Familie legt zwei oder drei Dinge hinein, die sie ohnehin doppelt hat oder selten braucht. Nach ein paar Wochen sieht man, ob die Übergabe klappt und ob die Kiste wirklich benutzt wird. Läuft es gut, kommen weitere Dinge dazu. Läuft es nicht, nimmt jede Familie ihre Sachen zurück, und niemand hat etwas verloren. Die meisten geteilten Kisten wachsen auf diese Weise langsam, und gerade das macht sie haltbar.
Das Regal im Hausflur
In Mehrfamilienhäusern wird aus der geteilten Kiste manchmal ein ganzes Regal im Hausflur oder im Fahrradkeller. Das funktioniert, wenn es eine Person gibt, die ab und zu nach dem Rechten sieht, und wenn auf dem Regal ein Zettel klebt: Was hier steht, darf geliehen werden, bitte zurückbringen. Kaputtes wird nicht ins Regal gestellt. Für Dinge, die gar nicht mehr zurückkommen sollen, gibt es Ideen unter Weitergeben.
Wenn die Kinder herauswachsen
Irgendwann ist eine Familie aus dem Sandkastenalter heraus. Dann gibt sie ihren Anteil an der Kiste ab, und vielleicht nimmt eine neue Familie mit kleineren Kindern ihren Platz ein. So bleibt die Kiste über Jahre in Gebrauch, auch wenn die Kinder längst Fahrrad fahren und Schlitten nur noch zum Ziehen der kleinen Geschwister brauchen.
Zum Weiterlesen: Umweltbundesamt: Secondhand, teilen, tauschen, leihen