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KistenwechselSpielzeug im Wechsel statt immer mehr
Extrakiste · Kaufladen, Spielküche, leere Packungen

Die Kaufladen-Kiste

Irgendwann ist der Kaufladen zu groß für die dritte Kiste. Dann bekommt er eine eigene, die abwechselnd mit der Kuschel-Kiste ins Regal kommt. Das Besondere daran: Das meiste Spielmaterial landet ohnehin jede Woche im Einkaufskorb.

Warum eine eigene Kiste

Kaufladen, Spielküche und Puppengeschirr gehören eigentlich in die Kiste für Rollenspiel. In vielen Familien wächst dieser Teil aber schneller als alle anderen, weil jede leere Packung ein neues Spielzeug sein kann. Dann lohnt sich eine Extrakiste mit der Nummer 3b. Sie tauscht mit Kiste 3: Ist das eine Rollenspiel im Regal, macht das andere Pause. Am Rhythmus der Vier-Kisten-Regel ändert sich nichts.

Die Spielküche selbst oder ein Kaufladen aus Holz bleiben dabei im Zimmer stehen. In den Wechsel geht, was darin liegt: Packungen, Obst aus Holz oder Stoff, Kasse, Körbchen, Töpfe.

Spielküche aus Holz mit kleinem Herd, Spüle und KochlöffelnObst und Gemüse aus Holz zum Aufschneiden, mit Klettverbindung

Leere Packungen sammeln

Das beste Sortiment für den Kaufladen kommt aus der eigenen Küche. Ein paar Wochen lang wird gesammelt, was sonst in den Müll wandert: der Müslikarton, die Nudelpackung, der Eierkarton, der Joghurtbecher, die Teeschachtel, die Tube Tomatenmark, der Milchkarton. Dabei gelten ein paar einfache Regeln.

  • Alles wird ausgespült oder ausgeklopft und gut getrocknet, bevor es in die Kiste kommt.
  • Keine Gläser, keine Konservendosen mit scharfem Rand, keine Flaschen mit Reinigungsmitteln.
  • Becher und Kartons dürfen mit etwas Zeitungspapier gefüllt und wieder zugeklebt werden, dann stehen sie stabil.
  • Was zerdrückt oder fleckig ist, geht ins Altpapier. Nachschub gibt es jede Woche.

Nach ein paar Wochen hat man einen kleinen Supermarkt beisammen, und das Kind kennt jede Packung, weil es sie schon auf dem Frühstückstisch gesehen hat.

Der Laden

Ein Regalbrett, ein umgedrehter Karton oder zwei Stühle mit einem Brett darüber reichen als Ladentheke. Eine Kasse lässt sich aus einem Schuhkarton bauen, Spielmünzen aus Knöpfen oder ausgeschnittenen Pappkreisen. Wichtiger als die Ausstattung sind die Rollen: Wer verkauft, wer kauft ein, wer räumt das Regal ein, wer bringt die Lieferung. Bei mehreren Kindern wird nach jeder Runde getauscht.

Kochen in der Spielküche

Die Spielküche bekommt ihre Zutaten aus dem Laden. Was eingekauft wurde, wird in Töpfe gefüllt, gerührt und serviert, am liebsten den Erwachsenen. Echte Zutaten können ab und zu dazukommen, etwa eine Handvoll trockene Nudeln oder Kastanien zum Umfüllen, solange keine kleinen Geschwister in der Nähe sind. Nach dem Spielen kommen sie in eine eigene Dose. Rezepte gibt es keine; wer mag, malt eine Speisekarte mit drei Gerichten, die das Restaurant an diesem Tag anbietet.

Der Einkaufszettel

Bevor eingekauft wird, malen oder schreiben die Kinder einen Einkaufszettel. Kinder, die noch nicht lesen, zeichnen die Packungen ab: ein gelbes Rechteck für die Nudeln, einen Kreis für den Apfel. Im Laden wird dann abgehakt. Manche Familien heben die Zettel auf und legen sie in den Deckel der Kiste. Nach ein paar Monaten sieht man, wie aus Kritzeln erst Bilder und dann Wörter geworden sind.

Ein Blick aufs Etikett

Mit echten Packungen kommt eine Frage fast von selbst: Was steht da eigentlich drauf? Man kann gemeinsam danach suchen, ohne daraus eine Lektion zu machen. Ein paar Dinge findet man auf fast jeder Packung, und Kinder im Vorschulalter suchen sie gern.

Packung mit Haferflocken und einem farbigen Kennzeichen auf der Vorderseite
  1. Der Name. Wie heißt das, was drin ist? Steht das groß vorn oder eher klein an der Seite?
  2. Die Zutatenliste. Hier steht, was drin ist. Was zuerst genannt wird, ist mengenmäßig am meisten enthalten, das Letzte am wenigsten.
  3. Das Datum. Irgendwo ist ein Datum aufgedruckt, bis zu dem das Lebensmittel mindestens haltbar ist. Wer findet es zuerst?
  4. Die Tabelle. Auf der Rückseite steht eine kleine Tabelle mit Zahlen. In einer Zeile steht „Zucker“, weiter unten „Salz“.

Mit größeren Kindern lässt sich daraus ein Vergleichsspiel machen. Zwei Müslipackungen nebeneinander: Bei welcher steht in der Zeile „Zucker“ die größere Zahl? Und beim Salz? Wichtig ist nur, dieselbe Spalte zu vergleichen, meist „pro 100 g“. Ob die eine Zahl viel oder wenig ist, muss niemand bewerten. Es geht ums Hinschauen und Vergleichen, nicht um richtig und falsch.

Was wir bewusst weglassen

Im Spielladen gibt es keine guten und keine bösen Lebensmittel. Die Schokolade wird genauso verkauft wie der Apfel, und niemand wird für seinen Einkauf getadelt. Auch Zahlen dazu, wie viel man am Tag von etwas essen sollte, haben im Kaufladen nichts verloren. Die Kinder lernen hier, dass auf einer Packung Informationen stehen und dass man sie finden und vergleichen kann. Was man daraus macht, ist eine Frage für den Familientisch, nicht für das Spiel.

Wer selbst tiefer einsteigen möchte, findet ausführliche Erklärungen dazu, wie man Lebensmitteletiketten liest und welche Angaben auf einer Packung Pflicht sind. Die Verbraucherstellen erklären die Kennzeichnung ebenfalls Schritt für Schritt.

Nach dem Spielen

Die Kaufladen-Kiste ist die Kiste mit dem meisten Verschleiß. Beim Wechsel wird aussortiert, was eingedrückt oder klebrig ist, und durch frische leere Packungen ersetzt. Obst und Gemüse aus Holz oder Stoff werden kurz abgewischt. Eine Kiste, die nicht ganz trocken ist, wird nicht verschlossen. Was übrig bleibt, wenn die Kinder aus dem Kaufladenalter herausgewachsen sind, eignet sich gut zum Weitergeben, denn eine Spielkasse oder Holzobst sucht fast jede Kita.

Zum Weiterlesen: Verbraucherzentrale: Kennzeichnung und Inhaltsstoffe