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KistenwechselSpielzeug im Wechsel statt immer mehr
Das erste Jahr · eine Kiste, ein niedriges Regal

Unter einem Jahr: eine Kiste reicht für zwei Monate

Vor dem ersten Geburtstag ist der Wechsel am einfachsten. Babys brauchen keine vier Kisten, sondern eine einzige, aus der alle zwei Wochen ein paar Dinge ins Regal wandern. Schwierig ist eher die Menge an Geschenken, die nach der Geburt ins Haus kommt.

Warum eine Kiste reicht

In den ersten Monaten interessiert sich ein Baby für wenige Dinge zur selben Zeit: etwas zum Festhalten, etwas, das ein Geräusch macht, etwas zum Anschauen. Ein ganzer Korb voller Spielzeug wird nicht häufiger benutzt als drei Teile auf einer Decke. Deshalb kommt im ersten Jahr alles in eine einzige Kiste, und aus dieser Kiste liegen immer nur drei bis fünf Dinge griffbereit. Die Kiste selbst reicht oft zwei Monate, bevor ihr Inhalt zu klein oder uninteressant geworden ist.

Niedriges weißes Regal mit wenigen Holzspielsachen in einzelnen Fächern

Was hineinkommt

Im ersten Jahr ist weniger Spielzeug nötig, als die Regale in den Geschäften vermuten lassen. Viele Familien kommen mit diesen Dingen aus:

  • zwei oder drei Greiflinge aus Holz oder Stoff
  • eine Rassel und ein Glöckchen, das man festhalten kann
  • ein Stoffbuch oder ein Buch mit dicken Pappseiten
  • Stapelbecher, die auch in der Badewanne funktionieren
  • ein Ball aus Stoff
  • ein Ring zum Aufstecken mit wenigen, großen Ringen

Dazu kommen Dinge aus dem Haushalt, die Babys oft mehr interessieren als jedes Spielzeug: ein Holzlöffel, eine Schüssel aus Kunststoff, ein sauberes Geschirrtuch, ein Schneebesen ohne lose Teile.

Bunter Ring zum Aufstecken mit großen Ringen auf einem weißen TischRollende Rassel aus Holz mit bunten Kugeln im Inneren

Das niedrige Regal

Statt einer offenen Kiste, in der alles durcheinanderliegt, hat sich ein niedriges Regal bewährt. Jedes Spielzeug bekommt sein eigenes Fach oder seinen eigenen Platz, und es stehen nie mehr als vier oder fünf Dinge darin. Kinder, die schon krabbeln, holen sich selbst, was sie interessiert. Weil so wenig im Regal steht, ist auch das Aufräumen am Abend in einer Minute erledigt.

Das Regal steht am besten dort, wo das Baby ohnehin viel Zeit verbringt, also oft im Wohnzimmer oder in der Nähe der Küche und nicht unbedingt im Kinderzimmer. In den ersten Monaten wird dort mehr geschlafen als gespielt. Eine Decke vor dem Regal markiert den Spielplatz, und abends wird sie einfach zusammengelegt. Wer wenig Platz hat, nimmt statt eines Regals ein flaches Tablett, auf dem die drei oder vier Dinge des Tages liegen.

Der Wechsel im ersten Jahr

Gewechselt wird alle zwei Wochen, wie bei den großen Kisten, nur kleiner: Zwei Dinge aus dem Regal wandern zurück in die Kiste, zwei andere kommen heraus. Was in den letzten Tagen besonders oft in der Hand war, bleibt. Nach zwei Monaten schaut man die ganze Kiste durch und sortiert aus, was nicht mehr passt. Dann wird eine neue Kiste gepackt, oft schon mit Dingen, die später in die Bau-Kiste wandern, etwa großen Bausteinen.

Kleinteile und Altersangaben

Bei Babyspielzeug ist der Blick auf die Altersangabe wichtiger als später. Alles, was ein Baby in die Hand nimmt, landet auch im Mund. Spielzeug für ältere Geschwister bleibt deshalb außer Reichweite, und bei geschenkten oder gebrauchten Sachen lohnt ein kurzer Check: Sitzen Augen und Knöpfe fest? Sind Nähte geschlossen? Lässt sich nichts abziehen oder abbrechen? Was diese Fragen nicht besteht, kommt nicht in die Kiste. Weitere Hinweise zur Auswahl gibt es bei öffentlichen Beratungsstellen; ein Link steht unten.

Sauber halten

Im ersten Jahr wird das Spielzeug öfter abgewischt als später. Holz wird nur feucht abgewischt und nicht eingeweicht, damit es nicht aufquillt. Kunststoff verträgt warmes Wasser mit etwas Spülmittel. Stoffbücher und Stofftiere kommen in einem Wäschesack in die Maschine. Beim Wechsel ist dafür ein guter Moment: Was zurück in die Kiste geht, wird vorher sauber gemacht, und kommt so beim nächsten Mal frisch heraus.

Bücher und Musik

Bücher und Musik gehören im ersten Jahr nicht in die Kiste, sie haben ihren eigenen Platz. Zwei, drei Bücher mit festen Pappseiten liegen griffbereit, und wenn sie angekaut sind, gehört das dazu. Für Musik reicht die eigene Stimme: Lieder beim Wickeln, ein Kinderreim beim Anziehen. Eine Spieluhr am Bett ist schön, aber kein Muss.

Großeltern und Besuch

Großeltern haben oft eine eigene kleine Kiste für das Enkelkind. Auch hier gilt: Wenig ist genug. Zwei Greiflinge, ein Buch und ein Ball reichen für einen Nachmittag. Wer möchte, gibt den Großeltern einmal im Monat ein Teil aus der eigenen Kiste mit. Dann ist auch bei ihnen immer etwas Neues dabei, ohne dass sich etwas ansammelt.

Die Geschenkeflut

Nach der Geburt kommen Geschenke von allen Seiten, oft drei Rasseln und fünf Kuscheltiere auf einmal. Niemand muss das alles sofort auspacken. Was doppelt ist, wartet originalverpackt in einer eigenen Kiste. Ein Teil davon wird später gebraucht, einen anderen Teil kann man an Freunde weitergeben, die gerade ein Kind erwarten. Wer nahen Verwandten einen Hinweis geben möchte, sagt lieber, was wirklich fehlt, oder wünscht sich gemeinsame Zeit statt Spielzeug.

Leihen statt kaufen

Kaum ein Spielzeug wird so kurz benutzt wie das aus dem ersten Jahr. Ein Spielbogen, ein Lauflernwagen oder eine Krabbeldecke mit Rasseln sind nach ein paar Monaten vorbei. Solche Dinge leiht man am besten im Freundeskreis oder gibt sie danach selbst weiter. Wie das ohne Ärger klappt, steht bei Weitergeben, und wer mit anderen Familien eine Kiste teilen möchte, findet Anregungen unter Eine Kiste für drei Familien.

Zum Weiterlesen: kindergesundheit-info.de: Spielzeug