Den Stapel erkennen
Der Kistenzettel verrät, was weitergehen kann. Ein Teil, das zwei- oder dreimal hintereinander unberührt zurück in die Kiste gewandert ist, kommt auf den Stapel „geht weiter“. Das gilt auch für Dinge, aus denen das Kind herausgewachsen ist, und für alles, was doppelt vorhanden ist. Wer unsicher ist, legt das Teil zunächst in eine eigene Kiste mit Datum. Wird es in drei Monaten nicht vermisst, ist die Entscheidung gefallen.
Kinder einbeziehen
Kinder trennen sich leichter von Spielzeug, wenn sie wissen, wohin es geht. „Das Feuerwehrauto bekommt jetzt der kleine Ben aus dem Kindergarten“ ist etwas anderes als „Das kommt weg“. Wer kann, lässt das Kind das Spielzeug selbst übergeben. Bei Dingen, an denen es noch hängt, hilft eine Zwischenlösung: Das Spielzeug wird zuerst nur verliehen, und wenn es nach ein paar Wochen nicht vermisst wird, darf es beim anderen Kind bleiben.
Verleihen statt verschenken
Nicht alles muss endgültig gehen. Gerade große Dinge wie eine Spielküche, ein Puppenhaus oder eine Holzeisenbahn kann man auch verleihen, etwa an eine Familie, deren Kinder gerade im passenden Alter sind. Dafür reicht eine kurze Absprache: wie lange, was bei Schäden passiert, wer abholt. Ein Kistenzettel mit Inhaltsliste geht mit. Wenn das eigene jüngere Geschwisterkind in ein, zwei Jahren so weit ist, kommt das Spielzeug zurück. Bis dahin steht es nicht im Keller, sondern wird benutzt.
Freunde und Familie
Der einfachste Weg führt in den Freundeskreis. Fast immer gibt es eine Familie mit jüngeren Kindern, die sich über eine Holzeisenbahn oder einen Kaufladen freut. Vorher fragen ist dabei wichtig: Niemand möchte eine Kiste voller Dinge bekommen, die er selbst wieder loswerden muss. Am besten schickt man eine kurze Liste oder ein Foto und lässt aussuchen.
Tauschregal und Kita
Viele Kitas und Familienzentren haben ein Tauschregal oder sind froh über bestimmte Spielsachen, etwa Sandspielzeug, Puppengeschirr oder Verkleidungen. Auch hier gilt: erst fragen, dann bringen. Im Mehrfamilienhaus kann ein kleines Regal im Hausflur denselben Zweck erfüllen, wie unter Eine Kiste für drei Familien beschrieben.


Spielotheken und Ludotheken
In vielen Städten gibt es Spielotheken, oft angeschlossen an eine Stadtbücherei, ein Familienzentrum oder einen Verein. Dort leihen Familien Spiele und Spielzeug aus wie Bücher. Manche nehmen gut erhaltene, vollständige Spiele als Spende an, besonders Brettspiele und Holzspielzeug. Was eine Spielothek brauchen kann, ist von Ort zu Ort verschieden, deshalb lohnt ein kurzer Anruf vorher. Umgekehrt ist eine Spielothek auch der beste Ort, um Dinge auszuprobieren, bevor man sie selbst anschafft.
Kinderflohmarkt und Basar
Kinderflohmärkte und Basare in Schulen und Gemeindehäusern sind ein guter Ort für alles, was gut erhalten ist und keinen direkten Abnehmer hat. Spielzeug wird dort meistens in Kisten nach Alter sortiert angeboten. Eine vollständige Inhaltsliste im Deckel, wie beim Kistenzettel, erleichtert das Weitergeben. Was am Ende des Tages übrig ist, muss nicht wieder mit nach Hause: Viele Basare sammeln Reste für einen guten Zweck.
Spenden
Familienzentren, Frauenhäuser, Unterkünfte und Kleiderkammern nehmen manchmal Spielzeug an, aber nicht immer und nicht alles. Ein Anruf vorher erspart allen Beteiligten Arbeit. Gefragt sind meist Dinge, die vollständig, sauber und ohne Batterien sind. Kuscheltiere werden aus hygienischen Gründen oft nur neu oder frisch gewaschen angenommen.
Erinnerungsstücke
Manche Dinge werden nicht mehr gespielt, sind aber zu wichtig zum Weggeben: das erste Kuscheltier, ein selbst gebautes Holzauto vom Großvater, die allererste Rassel. Für diese Dinge gibt es eine eigene Erinnerungskiste, eine pro Kind, nicht größer als ein Schuhkarton. Was hineinpasst, darf bleiben. Die Erinnerungskiste ist nicht Teil des Wechsels, sie steht ganz oben im Schrank und wird ab und zu gemeinsam geöffnet. So muss niemand ein schlechtes Gewissen haben, wenn der Rest des Stapels weitergeht.
Was niemand mehr will
Manches findet keinen Abnehmer mehr: das Puzzle mit zehn fehlenden Teilen, das Auto ohne Räder, das Spiel ohne Anleitung. Bevor es weggeworfen wird, lohnt ein Blick, ob sich Teile weiterverwenden lassen. Spielfiguren und Würfel landen in einer Ersatzteildose, Holzteile in der Bau-Kiste, Pappe im Bastelkarton. Der Rest wird nach Material getrennt: Elektrisches Spielzeug und Batterien gehören zur Sammelstelle, Kunststoff in die Wertstofftonne, wenn die Kommune das so regelt, alles andere in den Restmüll.
Gebrauchtes annehmen
Weitergeben funktioniert in beide Richtungen. Wer selbst gebrauchtes Spielzeug geschenkt bekommt, schaut es vor dem Einräumen kurz durch: vollständig, sauber, nichts Loses, keine abblätternde Farbe. Dann bekommt es einen Platz in der passenden Kiste und eine Zeile auf dem Kistenzettel. Wenn es nach ein paar Runden niemand vermisst, darf es seinerseits weiterziehen. So bleibt das Spielzeug in Bewegung, statt sich irgendwo anzusammeln, und manches Holzauto hat am Ende drei oder vier Kinderzimmer gesehen.
Die Kiste wird leichter
Nach jedem Durchgang wird die Menge im Wechsel etwas kleiner. Das ist das eigentliche Ziel: nicht ein leeres Kinderzimmer, sondern eines, in dem alles, was da ist, auch benutzt wird. Wann der beste Zeitpunkt für das Aussortieren ist, steht bei der großen Durchsicht.
Zum Weiterlesen: Umweltbundesamt: Abfallvermeidung