Was hineinkommt
Die Bau-Kiste lebt von wenigen Systemen, die gut zusammenpassen. Ein Satz Holzbausteine in den üblichen Grundformen ist das Herzstück: Quader, Würfel, Säulen, ein paar Bögen und Dreiecke. Dazu kommt höchstens ein zweites System, etwa Steckbausteine, und etwas, das Bewegung ins Spiel bringt, meist eine Murmelbahn. Den Rest erledigen Dinge, die ohnehin im Haushalt liegen: zwei, drei Tücher, ein paar Wäscheklammern, leere Papprollen.
Was nicht hineingehört, sind halbe Bausätze mit Anleitung, die nur ein einziges Modell ergeben. Sie werden einmal gebaut, dann stehen sie im Regal oder zerfallen in Einzelteile, die zu nichts mehr passen. Solche Sets bekommen eine eigene Schachtel und wandern, wenn sie fertig sind, eher weiter als in den Wechsel.


Zählen, bevor es losgeht
Bausteine zu zählen klingt übertrieben, bis zum ersten Wechsel, bei dem ein Drittel fehlt. Einmal gezählt und auf den Kistenzettel geschrieben, reicht es danach, die Stückzahl grob zu vergleichen. Ein Trick für Kinder, die schon zählen können: Die Bausteine werden in Zehnerreihen auf den Boden gelegt, bevor sie in die Kiste kommen. Fehlende Teile fallen dann von selbst auf, und das Aufräumen bekommt einen kleinen Wettbewerb.
Bei Steckbausteinen ist das Zählen sinnlos. Hier hilft eine feste Dose mit Deckel, die immer nur so voll sein darf, wie sie zugeht. Was nicht mehr hineinpasst, bleibt in Pause oder wird aussortiert.
Die Murmelbahn
Die Murmelbahn ist das Teil mit den meisten Kleinteilen in der Kiste. Die Murmeln selbst bekommen deshalb eine eigene, gut schließende Dose, auf deren Deckel die Zahl steht. Für jüngere Geschwister gilt, was auf der Verpackung steht: Murmeln sind nichts für Kinder, die noch alles in den Mund stecken. Wer Geschwister mit großem Altersabstand hat, lässt die Murmelbahn deshalb lieber in einem Schrank, an den nur die Großen kommen, und holt sie gezielt dazu.
Eine Murmelbahn eignet sich gut zum Leihen. Viele Familien haben eine, die nach ein paar Monaten nur noch selten aufgebaut wird. Wer zwei Systeme kombinieren will oder eine größere Bahn ausprobieren möchte, fragt im Freundeskreis, ob man für ein paar Wochen tauschen kann. Danach geht die Bahn vollständig gezählt zurück.
Tücher, Klammern, Pappe
Die günstigsten Bauteile kommen nicht aus dem Spielwarenladen. Zwei große Tücher über zwei Stühlen sind eine Höhle, mit Wäscheklammern an der Tischkante befestigt ein Zelt. Papprollen werden zu Säulen, Schuhkartons zu Garagen und Ställen, ein flacher Karton zum Fundament für eine ganze Stadt. Diese Dinge gehören ausdrücklich in die Kiste, weil sie das Bauen mit Bausteinen erweitern und nach ein paar Wochen ohne schlechtes Gewissen ins Altpapier dürfen.
Wenn ein Bauwerk stehen bleiben darf
Ein Streitpunkt in vielen Familien: Das Kind hat einen ganzen Nachmittag gebaut, und abends soll alles wieder in die Kiste. Hier hilft eine einfache Regel. Ein Bauwerk darf bis zum nächsten Wechseltag stehen bleiben, wenn es auf einer festen Unterlage steht, etwa einem Tablett oder einem Brett, und nicht im Weg ist. Ein kleines Schild aus Pappe mit „bleibt stehen“ macht die Ausnahme sichtbar. Am Wechseltag wird abgebaut, gezählt und eingeräumt.
Bauen mit mehreren Kindern
Wenn Freunde zu Besuch sind, wird die Bau-Kiste oft zur Baustelle für alle. Dann hilft eine einfache Aufteilung: Jedes Kind bekommt eine Ecke der Bauunterlage und eine Handvoll Bausteine, der Rest liegt in der Mitte und darf von allen genommen werden. Wer etwas Besonderes braucht, etwa den letzten Rundbogen, fragt. Gemeinsame Bauwerke entstehen meistens von selbst, sobald die eigenen Türme hoch genug sind. Am Ende räumen alle zusammen auf, und das Kind, dem die Kiste gehört, zählt nach. Fehlt etwas, schaut man in Hosentaschen und Rucksäcken nach, bevor der Besuch geht. Erfahrungsgemäß reisen Bausteine gern mit.
Aufräumen in zwei Minuten
Was das Aufräumen in der Bau-Kiste am meisten erleichtert, ist ein großes Tuch oder ein altes Bettlaken als Bauunterlage. Wenn das Spiel vorbei ist, werden die vier Ecken zusammengenommen, und die Bausteine rutschen auf einmal in die Kiste. Kinder machen das meistens gern, weil es schnell geht und laut klappert.
Was in die Pause gehört
Die Bau-Kiste gehört zu den Kisten, die nach der Pause besonders neu wirken. Bausteine, die vier Wochen im Schrank waren, werden plötzlich wieder zu Burgen und Brücken. Deshalb lohnt es sich, nicht alle Bausteine auf einmal in den Wechsel zu geben: Wer sehr viele hat, teilt sie auf zwei Kisten auf, eine mit Holz, eine mit Steckbausteinen, und wechselt sie abwechselnd. Wann und wie getauscht wird, steht bei der Vier-Kisten-Regel. Was beschädigt ist, etwa ein gesplitterter Baustein, kommt bei der großen Durchsicht dran.
Beim Neukauf oder bei geschenkten Bausteinen aus zweiter Hand lohnt ein kurzer Blick auf Geruch und Oberfläche. Stark riechende Kunststoffe oder abblätternde Farbe sind ein Grund, genauer hinzuschauen. Die Verbraucherstellen haben dazu eine kurze Liste mit Hinweisen zusammengestellt.
Zum Weiterlesen: Verbraucherzentrale: Schadstoffarmes Spielzeug